„Komm schon, Liebling … Atme …“
Beim dritten Atemzug spuckte sie Wasser aus und brach in Tränen aus.
Erleichterung durchfuhr mich wie ein elektrischer Schlag.
Die Menge rückte näher. Die Sirenen heulten. Und ihre Mutter kam – perfekt gekleidet, das Handy in der Hand.
Statt sich zu bedanken, schrie sie:
„Fassen Sie meine Tochter nie wieder an! Ich verklage Sie!“
Ich erstarrte.
„Gnädige Frau … sie ertrank.“
„Sie hätten sie verletzen können!“
Im Krankenhaus wollten die Sanitäter meinen Blutdruck messen. Jemand hatte die Szene bereits online gestellt. Mein Handy vibrierte unaufhörlich:
„Schwangere rettet Kind.“
Das Video verbreitete sich rasant.
Im Wartezimmer lief die Mutter unruhig auf und ab, mehr um ihr Aussehen als um den Zustand ihrer Tochter besorgt. Dann hörte ich die Krankenschwester nach dem Namen des Kindes fragen.
„Emma Hart“, antwortete die Mutter.
„Tiffany Hart.“
Hart.
Dieser Name ließ mich erschaudern. Und dann erst recht, als ich später erfuhr, war ich wie gelähmt …
Ich kannte ihn nur zu gut. Es war der Name des mysteriösen „alten Studienfreundes“, dem mein Mann jeden Monat Geld schickte … ohne mir je etwas davon zu erzählen.
Und plötzlich hörte ich seine Stimme hinter mir.
„Tiffany … was hast du getan?“, zischte Derek.
Ich drehte mich um.
Er sah mich nicht an. Er rannte auf sie zu. Als gehöre ihm der ganze Laden.
Und die kleine Emma, in ihre Krankenhausdecke gehüllt, streckte die Hand nach ihm aus und flüsterte:
„Papa.“ „
In diesem Moment begriff ich, dass die Rettung erst der Anfang war.
Meine Ohren klingelten. Derek erstarrte, als er mich sah, dann nahm er seine ruhige Miene wieder an.
„Abby, du bist gestresst. Setz dich.“
Das kleine Mädchen klammerte sich an seinen Ärmel.
„Papa, geh nicht.“
Diese Worte zerstörten alles.
Tiffany platzte erschöpft heraus: „Er hat uns sieben Jahre lang versprochen.“
Sieben Jahre.